Therapie

Wie verläuft eine Therapie?

Verschiedene Formen der analytischen und tiefenpsychologischen Psychotherapie sind voneinander zu unterscheiden. Eine typische Langzeittherapie dauert ein bis zwei Jahre, wobei zwei Sitzungen pro Woche mit dem Kind oder Jugendlichen und ein Elterngespräch alle zwei Wochen stattfinden. Eine typische Kurzintervention dauert hingegen nur sechs bis neun Monate, wobei eine Sitzung pro Woche mit dem Kind oder Jugendlichen und ein Elterngespräch alle vier Wochen stattfinden. Die genaue Ausgestaltung und Dauer der Therapie hängt von den Bedürfnissen des Patienten im Einzelfall ab. So kann es bei Jugendlichen durchaus sein, dass aus therapeutischen Gesichtspunkten auf die begleitenden Elterngespräche verzichtet wird. Auch kann eine Kurzintervention bei Bedarf in eine Langzeittherapie übergehen.

Die Ausgestaltung der Therapiestunden hängt vom Alter und Entwicklungsstand des Patienten ab. Bei Kindern steht das spielerische Miteinander im Vordergrund, bei Jugendlichen hingegen liegt der Schwerpunkt der Behandlung im Gespräch mit dem Therapeuten. Dabei überlässt der Therapeut die Gestaltung der Stunde weitgehend dem Patienten, um diesem die Möglichkeit zu geben, die Kommunikationsform selbst zu wählen, in der er sich ausdrücken möchte. Ziel der analytischen und tiefenpsychologischen Psychotherapie ist es, die Verhaltensauffälligkeit zumindest abzumildern und ihrer Ursache auf den Grund zu gehen, um der Entstehung neuer, anderer Auffälligkeiten vorzubeugen.

Da der Erfolg der Therapie gerade bei Kindern in ganz besonderem Maße von der Mitarbeit der Eltern abhängt, wird die Therapie von Elterngesprächen begleitet. Die Elterngespräche dienen dabei nicht nur dazu, die Eltern über den Fortschritt der Therapie zu informieren, sondern diese auch aktiv in die Therapie mit einzubeziehen. Für die Eltern bedeutet das einerseits, dass sie auch zu Hause all das, was in den Therapiestunden erarbeitet worden ist, begleiten und umsetzen. Andererseits geht es aber auch darum, dass sich die Eltern mit sich selbst, mit ihrer Beziehung zu ihrem Kind – und gegebenenfalls auch zu ihrem Partner – auseinandersetzen.

© Kirsten Müller-Pontow, Psychotherapie für Kinder und Jugendliche, 10437 Berlin (Prenzlauer Berg)